A "Ein blutiges Volksvergnügen" - S. 47
Tiberius, der Gladiatorenspiele sehr liebt, geht mit Lucius ins Amphitheater. Denn heute gibt/veranstaltet der Kaiser Spiele. Tiberius fragt Lucius: „Siehst du die wilden Tiere, die aus Afrika sind? Betrachte/sieh den Bären, der heute gegen den Löwen kämpft. Sieh! Die Gladiatoren kommen!“
Die Zuschauer begrüßen die Männer, die in einem großen und schönen Aufmarsch die Arena betreten, mit Geschrei. Dann gibt der Kaiser das Zeichen zum Kampf.
Zwei Gladiatoren, die tödliche Waffen haben, kämpfen als erstes in der Arena: ein Thrax (Thraker) und ein Retiarius (Netzkämpfer). Der Thraker kämpft mit einem Schwert gegen den Netzkämpfer, der Netz und Dreizack als Waffen hat. Die Zuschauer, deren Zahl groß ist, treiben die Männer mit großem Geschrei zum Kampf an. Endlich wickelt der Netzkämpfer den Thraker, dessen Schwert zerbrochen ist, mit dem Netz ein. Der unglückliche Mann fleht den Sieger um Gnade an. Die Zuschauer befehlen dem Kaiser, den unglücklichen Mann freizulassen, denn er hat mit großer Tapferkeit gekämpft.
Dann kämpfen andere Gladiatoren mit wilden Tieren. Die Männer töten die wilden Tiere, die aus den Toren des Käfigs hervorstürmen, mit Pfeilen.
Endlich laufen der Löwe und der Bär in die Arena. Die wilden Tiere, die zwei Sklaven zum Kampf antreiben, kämpfen lange. Der Löwe siegt; die Sklaven ziehen den Bären, der von vielen Wunden geschwächt ist, aus der Arena.
Tiberius fragt Lucius: „Erfreuen dich die Spiele, Freund?“ Lucius antwortet: „Keinesfalls erfreut es mich. Ich finde, dass die Schauspiele, die wir sehen, nicht schön, sondern unmenschlich sind. Der Ruhm, nach dem jene armen Männer streben, ist ein schlechter Ruhm. Ich jedenfalls sage: Wer das Amphitheater als Mensch betritt, verlässt es als wildes Tier.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen